Wer nach Kiribati reist, braucht vor allem Zeit. Zeit, um die Dimensionen dieses Inselreiches zu erfassen, das sich über 4000 Kilometer in der Unendlichkeit des Pazifiks erstreckt. Zeit, um sich an einen Lebensrhythmus zu gewöhnen, in dem der Sonnenuntergang meist das aufregendste Ereignis des Tages ist. Zeit, um die Mentalität von Menschen zu verstehen, für die Staat, Eigentum und Zukunft bis heute abstrakte Begriffe sind.
Selbst in den neusten Atlanten wird man meist noch vergebens nach einem staatlichen Gebilde mit dem Namen Kiribati suchen. Dahinter verbirgt sich ein nur schwer zu verwaltendes Inselreich von mehr als 30 Atollen mit zig großen und kleinen Inselchen, darunter so romantische Namen wie Weihnachtsinsel, Phoenixinseln, Milleniuminsel, die nördlich und südlich des Äquators sowie östlich und westlich der Datumsgrenze verstreut ligen. Währe während des Zweiten Weltkrieges nicht allmählich die Technik auf die Insel gebracht worden, sie würden wahrscheinlich heute noch in einem Dornröschenschlaf verweilen.
Wer Pazifikatmosphäre ohne Massentourismus in großer Abgeschiedenheit sucht, in Kiribati findet er sie. Alle Inseln sind Atolle, die nur wenige Meter über die Wasseroberfläche herausragen. Das Inselreich erstreckt sich über 3.780 km, was der doppelten Entfernung Paris Athen entspricht.
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